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Brennbare Flüssigkeiten

Brennbare Flüssigkeiten werden z.B. als Verdünnungsmittel für Farben und Kleber, als Reinigungsmittel für Werkstücke, Maschinen (Kaltreiniger) und Druckeinrichtungen (Siebdruckreiniger) und als Lösemittel in Farben, Lacken und Klebern verwendet.
Die folgende Information nennt die höchstzulässigen Lagermengen brennbarer Flüssigkeiten und zeigt, wie den Brand- und Explosionsgefahren entgegengewirkt werden kann, die von den in Einzelhandelsbetrieben verwendeten brennbaren Flüssigkeiten ausgehen. Es informiert bezüglich Lagerung und Transport von Flüssiggasflaschen sowie die Verwendung von ortsveränderlichen Flüssiggasanlagen.

Teil 1: Brennbare Flüssigkeiten
Brennbare Flüssigkeiten sind Gefahrstoffe, die wenigstens eine der folgenden gefährlichen Eigenschaften besitzen:

  • entzündlich,
  • leichtentzündlich oder
  • hochentzündlich.
  • Darüber hinaus besitzen sie meist weitere, im Chemikaliengesetz aufgeführte, gefährliche Eigenschaften, wie  giftig, gesundheitsschädlich oder auch umweltgefährlich.


Beispiele:

  • Ein leichtentzündlicher Verdünner ist ein Gefahrstoff;
  • Benzin ist leichtentzündlich, giftig und krebserzeugend, also ein Gefahrstoff;
  • Heizöl ist weder als leichtentzündlich noch entzündlich eingestuft, jedoch als gesundheitsschädlich und umweltgefährlich.


Brennbare Flüssigkeit:

  • Flüssigkeit, die auf Grund ihres Anteils an brennbaren Komponenten unter bestimmten Bedingungen entzündliche Gemische mit Luft bilden kann.
  • Der Begriff brennbare Flüssigkeit ist eigentlich nicht ganz zutreffend, denn gemeint sind deren Dämpfe, denn nur die sind brennbar, und auch nur dann, wenn sie in einer Mindestkonzentration mit Luft vorliegen.


Flammpunkt:
Niedrigste Temperatur einer Flüssigkeit, bei der sie sich mit einer äußeren Zündquelle entflammen lässt. Zur Veranschaulichung des Flammpunktes sei folgender Versuch geschildert (Bild 1):

Beispiel: Terpentin von 21°C (Raumtemperatur) lässt sich nicht entflammen. Erst wenn man Terpentin auf mindestens 33° C, den Flammpunkt, erwärmt hat, ist ein Entflammen möglich.

Die GefStoffV sieht für die Einteilung der brennbaren Flüssigkeiten drei Gefahrklassen vor:

  • hochentzündlich,
  • leichtentzündlich und
  • entzündlich.


Die Zuordnung der entzündlichen Flüssigkeiten zu den Gefahrklassen erfolgt nach dem Flammpunkt der Flüssigkeit:
hochentzündlich:

  • Flüssigkeiten mit einem Flammpunkt unter 0° C und einem Siedepunkt < 35° C, z. B. Ether
leichtentzündlich:
  • Flüssigkeiten mit einem Flammpunkt von 0° C bis unter 21° C, z. B. Nitrolackverdünnung, Methanol absolut, Ethanol (96%)
entzündlich:
  • Flüssigkeiten mit einem Flammpunkt von 21° C bis 55° C, z. B. Ethanol (30%), Terpentin, Petroleum


Eine Unterscheidung hinsichtlich der Mischbarkeit mit Wasser, wie in der bislang gültigen VbF, erfolgt nicht mehr. Jedoch spielt die Wasserlöslichkeit eine wichtige Rolle, weil davon die Auswahl geeigneter Löschmittel abhängt.
Nur die Brände wasserlöslicher Flüssigkeiten (ehemals VbF-B) lassen sich mit Wasser löschen. Die Flüssigkeiten der ehemals VbF-Gruppen A schwimmen auf dem Wasser und brennen dabei weiter.
Informationen u. a. zur Wasserlöslichkeit finden sich weiterhin in den Sicherheitsdatenblättern der Produkte, die von den Herstellern zur Verfügung zu stellen sind.
Die folgende Tabelle 2 zeigt, welche Flüssigkeit in welcher Menge, wo und in welchem Behälter gelagert werden darf.

Richtige Lagerung von Heizöl, Übersicht
Da Heizöl ein sowohl brennbarer als auch wassergefährdender Stoff ist, sind Richtlinien zu beachten.

Im Allgemeinen ist die Öllagerung genehmigungspflichtig. Dabei kommt der sachgerechten Ausführung und sicheren Funktion der so genannten Öl-Auffangwanne eine besondere Bedeutung zu.

Unabhängig von der Einhaltung der Vorschriften entscheidet die zweckmäßige und richtige Lagerung von Heizöl über einen störungsfreien Betrieb der Heizungsanlage.

Lichtdurchlässige Kunststofftanks sollen vor Tageslicht geschützt stehen, um eine vorzeitige Alterung des Heizöles zu verhindern. Auch der Lichteinfall durch das Kellerfenster sollte unterbunden werden, da die Tankwandungen von PE-Kunststofftanks mit den Jahren unter Tageslichteinwirkung vergilben und an Festigkeit verlieren.

Stahltanks (kellergeschweißt) müssen von innen beschichtet sein, um Korrosion zu vermeiden. Die Beschichtung sollte möglichst den gesamten Tank umfassen. Die Aushärtezeit der Beschichtung vor der Erstbefüllung ist unbedingt einzuhalten. Es sollten keine wässrigen Korrosionsschutzmittel in den Tank gefüllt werden (Gefahr von Betriebsstörungen durch zugesetzte Filter).
Heizöl muss unbedingt vor Temperaturen unter 5 °C geschützt werden.
Öltanks gibt es in verschiedenen Ausführungsformen, Aufstellbedingungen, Materialien, Größen und Preisen. Bevor man sich entscheidet, ist zu klären, welche Wünsche und Voraussetzungen für oder gegen eine Tankart sprechen.


Vor und Nachteile von verschiedenen Tankarten, Tabelle
Sollte eine temperierte Öl-Lagerung im Keller Ihres Hauses nicht möglich sein, besteht die Möglichkeit das Öl in Erdtanks im Garten zu lagern. Die Kosten für solche Erdtanks sind allerdings erheblich. Hinzu kommen laufende TÜV-Kosten.
Nicht nur die Tanks entscheiden über die sichere Betriebsweise einer Heizungsanlage. Große Bedeutung hat die Verlegung der Öl-Leitungen. Das so genannte Einstrangsystem (der Brenner wird nur über eine Ölleitung versorgt) ist im Allgemeinen günstiger als das Zweistrangsystem (überschüssiges Öl wird über die Rücklaufleitung zum Tank zurücktransportiert). Beim Zweistrangsystem besteht die Gefahr von zusätzlichen Undichtigkeiten. Es wird mit dem zurückfließenden Öl mehr Sauerstoff in den Tank eingetragen.

Vermeiden Sie lange Leitungswege zwischen Tank und Brenner. Lässt sich dies nicht vermeiden, sind bauartzugelassene Stahl- oder Aluminiumrohre besser geeignet als Kupferrohre. Es wird vermutet, dass während der Verweilzeit des Öles im Rohr Kupferionen aufgenommen werden, die zu einer beschleunigten Alterung und zu Betriebsstörungen infolge Filterverstopfung führen.

Halten Sie die Lagerzeiten Ihres Öles kurz. Es hat keinen Sinn preiswertes Öl für mehrere Jahre zu speichern und wegen der Alterungsprozesse höhere Kosten zur Beseitigung von Betriebsstörungen zu riskieren. Durch zu lange Lagerung des Öles kann eine Sedimentbildung ausgelöst bzw. beschleunigt werden. Verursacht wird dieser Vorgang durch:

  • Wärme
  • Luftzutritt (Sauerstoffeintrag)
  • Metalle bzw. Metalloxide (z. B. Kupfer als Werkstoff für Ölführende Leitungen)
  • Licht
  • Licht ist der sichtbare Teil der Sonnenstrahlung und der künstlichen Beleuchtung. Weißes Licht setzt sich aus einem Gemisch von Strahlen verschiedener Wellenlängen zwischen 380 bis 780 nm (Nanometer) zusammen. Eine Lampe, die nicht alle Wellenlängen aussendet, gibt farbige Dinge verzerrt wieder. So fehlt dem Licht einer Leuchtstoffröhre bzw. einer Energiesparlampe häufig der gelb-rote Anteil. UV-Strahlung:
  • Die ultraviolette Strahlung ist eine elektromagnetische Strahlung wie das sichtbare Licht. Die Wellenlänge der UV-Strahlung liegt aber im Spektralbereich zwischen violett (kurzwellig) und dem Beginn des Röntgenbereiches. Die Strahlung ist daher unsichtbar. UV-Strahlung hat die Eigenschaft bestimmten Materialen zu zerstören, u.a. Dämmstoffe wie PU-Schaum, aber auch Farben.)
  • Wasser
  • Mikroorganismen


Öl-Lagerung ist nicht ohne Wartung möglich.
Eine Wartung umfasst die Überprüfung und ggf. Wiederherstellung der Betriebbereitschaft und Betriebssicherheit sowie die Einstellung der Regelung und anderen Werten einer technischen Anlage, wie z.B. einer Heizungs-, Lüftungs- oder Solaranlage. Neben allgemeinen Wartungstätigkeiten, wie die Überprüfung von Betriebsdrücken, oder der Funktionsfähigkeit von Sicherheitseinrichtungen gibt es für jede Anlage spezielle Wartungsaufgaben. Die für die Wartung entstehenden Wartungskosten dürfen im Rahmen der Heizkostenabrechnung keine Reparaturkosten, z.B. für das Auswechseln von Teilen oder Baugruppen, enthalten.

Zumindest ist der Tank nach einer gewissen Zeit so weit verschmutzt, dass eine Tankreinigung notwendig wird. Lassen Sie Ihre Tanks im Abstand von etwa 10 Jahren reinigen. Eventuell noch vorhandenes Öl aus dem zu reinigenden Tank sollte entsorgt und nicht wieder eingefüllt werden. Die Tankreinigung kostet etwa 0,06 bis 0,12 EUR pro Liter Tankvolumen, bei einem Volumen von 4500 Liter also knapp 400 EUR.