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Chronik

1733 – Erste urkundliche Erwähnung des Brandschutzes in Tiefenort
Bereits weit vor der Gründung der Tiefenorter Feuerwehr suchten Brände den Ort heim. So brannte, unter anderem 1538 die Vorwerksmühle, später auch alte Mühle genannt, ab.
Während des 30 jährigen Krieges fiel ein Drittel der 163 Häuser dem Feuer zum Opfer. 1692 wurde das Brauhaus durch Feuer total zerstört. Hierbei verbrannte auch die Hebamme Katharina Abel.
Zu jener Zeit stand man den verheerenden Elementen noch ziemlich machtlos gegenüber. Eine wesentliche Verbesserung auf dem Gebiet des Brandschutzes gab es erst viel später, als die Handdruckspritzen sowie die Wasserschläuche erfunden wurden.
Auch im Amte Krayenburg wurde das Feuerlöschwesen in dieser Zeit erheblich ausgebaut.
Im Jahre 1739 war in Tiefenort folgendes schon vorhanden: ein Spritzenhaus, eine fahrbare Feuerspritze, 8 Leitern und 26 Ledereimer. Die Feuerspritze bestand aus einem Kupferbehälter und wurde im Jahr 1730 für 130 Reichstaler angeschafft. Die übrigen Orte im Amte Krayenburg hatten lediglich tragbare Feuerspritzen.
Eine organisierte Feuerwehr gab es noch nicht. Kam es zu einem Brand, waren alle Bewohner des Ortes gefordert. Es war somit zu dieser Zeit eine aus der Not geborene Schutzgemeinschaft, die ohne behördliche und kommunale Anweisungen zusammen arbeitete, wenn ein Feuer ausbrach.
Das Wasser wurde von Menschenketten mit Ledereimern oder sonstigen Gefäßen vom Dorfbrunnen oder offenen Gewässern zur Brandstelle und – wenn vorhanden – zur Druckspritze gereicht.
Hierbei wurde der ganze Ort gefordert.
Am 23. November 1881 erließ das Großherzogliche Staatsministerium in Weimar das „Gesetz über das Feuerlöschwesen". In diesem Gesetz wurde im § 4 festgelegt, dass alle männlichen Bewohner eines Ortes, vom zurückgelegten 18. Lebensjahr bis zum vollendeten 50. Lebensjahr, zum Feuerwehrdienst verpflichtet seien. Es sollten mindestens 5 % der Bevölkerungszahl des Ortes zum Dienst herangezogen werden. Ferner wurden auch die Strukturen der Ortsfeuerwehren festgelegt. Auch die Gespanndienste zum Transport der Feuerspritze und der Mannschaftswagen, Aufgaben der Feuerboten, Richtlinien über Feuerwehrgerätschaften und Spritzenhäuser waren in dem Gesetz verankert.
Durch den Tiefenorter Gemeinderat wurde am 11.01.1882 eine Kommission berufen, die zunächst eine Liste der Feuerwehrpflichtigen aufstellen und ein Ortsstatut für eine Pflichtfeuerwehr erarbeiten sollte. Da die Anzahl der Feuerwehrpflichtigen die vom Gesetz geforderten 5% der Einwohnerzahl weit überstieg, legte die Kommission fest, dass nur die Jahrgänge vom 21. bis zum vollendeten 31. Lebensjahr zum Feuerwehrdienst herangezogen werden sollten. Es gab aber auch die Möglichkeit, dass man sich vom Feuerwehrdienst loskaufen konnte. Der Gemeinderat bestätigte die Vorschläge der Kommission und setzte eine jährliche Loskaufsumme von 5 Mark für den Einzelnen fest. Über die Bestätigung des Statuts der Ortsfeuerwehr konnte man sich noch nicht einigen, da man sich noch anderweitig erkundigen wollte. Es wurde lediglich eine interne Struktur der Feuerwehr festgelegt.
Als erster Ortsbrandmeister wurde der Wagner Karl Rug, als Oberfeuerwehrmann Wilhelm Hüther und dessen Stellvertreter Wilhelm Ißleib berufen. 8 Bürger wurden als Feuerwehrmänner bestimmt. Zur Spritzenmannschaft wurden 36 Bürger, als Rettungsmannschaft 32 Bürger und zu Feuerboten zu den Nachbargemeinden Ettenhausen, Dönges, Kieselbach, Kaiseroda und Merkers 5 Bürger bestimmt. Somit hatte die Feuerwehr der Gemeinde Tiefenort eine Stärke von 84 Bürgern.
Noch im gleichen Jahr lehnte der Gemeinderat den vom Regierungskommissar für das Feuerlöschwesen geforderten Spritzbrunnen ab, da die Gemeinde durch die Werra einen Wasserzubringer von anerkannter Leistungsfähigkeit besäße. Diese war – außer auf gewöhnlichem Wege – auch auf so genannten Feuergängen in allen Ortslagen zu erreichen. Außerdem gäbe es im Ort auch noch 72 Brunnen. Lediglich für die erforderlichen Schlauchlängen zur Vervollständigung der Wasserversorgung von der Werra, stellte der Gemeinderat die Mittel zur Verfügung.
In der Beratung des Gemeinderates vom 17.04 1882 entschloss man sich, die Mittel für die Ausrüstung der zu errichtenden Feuerwehr, einschließlich einer neuen Feuerspritze, bereitzustellen. Hierzu musste die Gemeinde einen Kredit über 2000 Mark aufnehmen, der in Jahresraten zu 500 Mark zurückgezahlt werden sollte. Die Pflasterung des Spritzenhauses konnte aus finanziellen Gründen nicht genehmigt werden.

Mit dem Jahre 1883 wurde die Aufstellung und Organisierung der Ortsfeuerwehr von Tiefenort abgeschlossen. Das Jahr 1883 geht als Gründungsjahr der Feuerwehr Tiefenort in die Ortsgeschichte ein. Obwohl schon weit vor dieser Zeit in den amtlichen Dokumenten von einer Feuerwehr geschrieben wird, liegt erst 1883 ein bestätigtes Statut für eine Feuerwehr vor.

1928 – Umwandlung der Pflichtfeuerwehr in eine Freiwillige Feuerwehr sowie Gründung des Feuerwehrvereins Tiefenort
Die bestehende Feuerwehr Tiefenort war Anfang des Jahres 1928 noch eine Pflichtfeuerwehr. In der Wehr hatten nach Gesetz alle Männer des Ortes vom 18. bis zum 50.Lebensjahr, Dienst zu tun, soweit sie sich nicht losgekauft hatten.
Mit der Zeit stellte sich heraus, dass alle auferlegten Pflichten und Belastungen nicht mit nötigem Ernst und erforderlicher Einsatzbereitschaft übernommen wurden. Man widersetzt sich den Anweisungen der Vorgesetzten und blieb oft den Übungen fern. Diese Bürger, die kein Interesse am Feuerwehrdienst hatten, mussten durch gesetzliche Maßnahmen zum Übungsdienst und zum Brandeinsatz gezwungen werden. Was im Ernstfall von einer solchen Feuerwehr zu erwarten war, konnte man sich gut vorstellen. Wenn Menschen und wertvolles Volksvermögen geschützt und erhalten werden sollte, musste man sich auf die Feuerwehr verlassen können und es waren Männer erforderlich, die bereit waren, ihren Pflichten gewissenhaft und pünktlich nachzukommen.
In dieser Zeit setzte sich in unserem Gebiet immer mehr der Gedanke durch, die Feuerwehr auf freiwilliger Basis zu organisieren.
Die Feuerwehr und die Gemeindeverantwortlichen hatten erkannt, dass die Leistungen der Freiwilligen Feuerwehren anderer Orte erheblich besser und vor allen Dingen billiger waren, als die bisherigen Pflichtfeuerwehren.

In Tiefenort dauerte diese Erkenntnis etwas länger. So wurden erst am 15. September 1928 nach dem Grundsatz: „Der Gemeinde zum Schutz – dem Feuer zum Trutz, Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr" im Gasthaus „Zur Krone" die Freiwillige Feuerwehr Tiefenort ins Leben gerufen.
Sie stand unter der Leitung des am 7. Januar 1928 gewählten und vom Gemeindevorstand bestätigten Ortsbrandmeister Ernst Klinzing. Die personelle Besetzung lies anfänglich etwas zu wünschen übrig, aber im Laufe der Zeit konnte sich die Wehr stabilisieren. Alle Löschgeräte konnten wieder besetzt werden und es wurden regelmäßig Übungen durchgeführt. Bei den Revisionen durch den Bezirksbrandinspektor Carl Groß konnte eine gute Einsatzbereitschaft und Disziplin bestätigt werden.
Ihren guten Leistungsstand bewies die neue Freiwillige Feuerwehr bei dem Scheunenbrand Horchler in der Grieswiese, bei dem Wohnhausbrand Ernst Schrön in der Schillerstraße sowie bei einigen auswärtigen Bränden. Ebenfalls am 7. Januar 1928 wurde auch der „Feuerwehrverein Tiefenort" gegründet. Als erster Vorsitzender wurde Kamerad Friedrich Krug gewählt.

Freiwillige Feuerwehr wird in eine Feuerlöschpolizei umgewandelt
1933-1945
Das Jahr 1933 brachte auch für die Tiefenorter Feuerwehr grundlegende Veränderungen. Der durch die Machtübernahme Hitlers entstandene Druck war auch in den Feuerwehren zu spüren. Hatten die meisten Kameraden Wert darauf gelegt, parteipolitisch neutral zu sein, so wurde jetzt durch die Nationalsozialisten versucht, alle Verbände und Vereine gleichzuschalten. Ein so genanntes Feuerlöschgesetz machte die Feuerwehren zu einer technischen Hilfstruppe.
Die Organisation der Freiwilligen Feuerwehr hörte auf zu bestehen. Die Wehren verloren landesweit mehr als ein Drittel ihrer Mitglieder.
Neben Brandschutzübungen mussten die Wehrleute Exerzierdienst leisten. Anfang des Jahres 1938 wurde die Feuerwehr in eine Feuerlöschpolizei umgewandelt.

In der Gemeinderatssitzung  am 5. Februar 1937 wurde die Anschaffung einer Feuer- bzw. Luftschutzsirene beschlossen. Es wurde übereinstimmend die Meinung vertreten, dass im Etatjahr 1937 noch Mittel für die Anschaffung und Installation dieser Sirene bereitzustellen sind und sie bei der Fa. Genest in Berlin zum Angebotspreis von 915,80 RM zu bestellen ist. Anfang 1938 wurde die Sirene installiert und in Betrieb genommen.
Bis dahin wurde die Alarmierung der hiesigen Feuerwehr immer noch mittels Feuerhorn oder durch die Kirchenglocken durchgeführt. Letzte Hornisse war der Kamerad Wilhelm Körper.
Im Oktober 1938 wurde auf die Verfügung des Kreisamtes hin beschlossen, eine Tragkraftspritze zu beschaffen. Nach der Auswertung verschiedener Angebote, entschied man sich für eine Spritze der Fa. Dittmann. Der Preis betrug etwa 4000 RM. Die Gemeinde hatte den Betrag von 2500 RM aufzubringen. Der Rest wurde von der Landesbrandversicherung und dem Kreisamt getragen.
Über den Bau eines neuen Gerätehauses, zur Unterbringung der Tragkraftspritze und anderer Löschgeräte, wollte man sich mit der Wintershall AG in Merkers wegen Überlassung eines Platzes an der Annenmühle in Verbindung setzen. Ein Vertrag kam aber nicht zustande. Weitere Verhandlungen mit der Kreissparkasse über den Ankauf eines Grundstückes in der Friedrichsstraße (heute Heinrich-Heine-Straße) kamen zu keinem positiven Ergebnis, ebenso die Verhandlungen mit der Familie Scheer in der Vorwerksgasse. Mit der Dauer des Krieges kamen weitere Probleme auf die hiesige Wehr zu. Alle wehrpflichtigen Männer bis hinunter zum 17. Lebensjahr wurden eingezogen. Der Personalbestand konnte nur durch Verpflichtungen von älteren Bürgern, Frauen und Jugendlichen abgefangen werden. Bei Fliegeralarm musste das Gerätehaus besetzt werden. Glücklicherweise kam es nicht zu größeren Bränden oder Fliegerangriffen.

1945 – Neuaufbau der Freiwilligen Feuerwehr Tiefenort
Nach dem 2. Weltkrieg musste die Tiefenorter Feuerwehr wieder neu organisiert werden. Der unheilvolle Krieg hatte auch in die Reihen der Wehr große Lücken gerissen. Der Anfang war schwer. Kontrollratsverordnungen der Besatzungsmächte behinderten den Aufbau. Die Beschränkung der Ausgangszeit, Verbot des Tragens von Uniformen und die große Not behinderten und erschwerten noch die Aufbauarbeit. Durch die Bürger Karl Siebert, Adolf Klinzing, Werner Krug, Gustav Ullrich, Johannes Gebhardt, Walther Hüther, Ernst Klein, Walther Herbst sowie durch die damals notwendigen Dienstverpflichtungen, konnte wieder eine aktive Feuerwehrarbeit organisiert werden. Als erste Ortsbrandmeister wurden die Bürger Adolf Klinzing und danach Ernst Roland kommissarisch eingesetzt. Beide wurden aber nach kurzer Zeit auf Verordnung der Besatzungsmacht wieder abberufen.
Am 17. Januar 1948 wurde durch den Thüringer Landtag des das Gesetz über das Feuerlöschwesen in Thüringen beschlossen. Mit dem neuen Gesetz wurden alle bisher in Gemeinde-, Kreis- und Verbandseigentumlichen, dem Brandschutz dienenden Geräte, in Volkseigentum überführt.
In dieser Zeit wurde der Kamerad Karl Siebert als Ortsbrandmeister berufen. Es wurden wieder regelmäßig Dienstübungen durchgeführt.
1953 trat der Kamerad Karl Siebert aus gesundheitlichen Gründen als Ortbrandmeister zurück. An seiner Stelle wurde der Kamerad Gerhard Krug als Wehrleiter berufen. Durch die Verjüngung der Wehrleitung gab es einen Auftrieb in der Bereitschaft und Mitarbeit der Kameraden. Der Kamerad Gerhard Krug übernahm 1959 den neu gebildeten Wirkungsbereich 3. Hierzu gehörten die Freiwilligen Feuerwehren Tiefenort, Kieselbach, Dorndorf, Merkers, Frauensee, Dönges, Oberrohn und Unterrohn. Mit der Bildung der Wirkungsbereiche wurden die Strukturen innerhalb des Kreisgebietes verändert. Die Feuerwehrarbeit wurde intensiviert. Als neuer Wehrleiter von Tiefenort wurde der Kamerad Werner Krug berufen, der diese Funktion 20 Jahre ausübte.

1968 Gründung einer Frauenlöschgruppe
Auch einige Frauen und Mädchen unseres Ortes standen dem Feuerwehrgedanken positiv gegenüber. Schon 1968 wurde in der Tiefenorter Feuerwehr eine Frauenlöschgruppe gegründet. Acht Frauen und Mädchen trafen sich regelmäßig zu den angesetzten Übungen und Schulungen. Sie waren steht's mit großen Eifer bei der Sache. Im Mittelpunkt der damaligen Zeit stand die feuerwehrtechnische Ausbildung. Dies spricht für die Einsatzbereitschaft und den Ernst mit dem die Kameradinnen ihre Ausbildung wahrnahmen. In der Folgezeit wurde an vielen überörtlichen Ausscheiden teilgenommen und es wurden beachtliche Erfolge erzielt. So konnte neben mehrmaligen Siegen bei den Kreisbestenermittlungen auch 1974 und 1978 bei den Ausscheiden des Bezirkes Suhl in der Feuerwehrgruppenstafette der 1. Platz errungen werden. Erfreulich auch der 3. Platz der Kameradin Kerstin Zenkner bei den Meisterschaften der ehemaligen DDR im Feuerwehr- Dreikampf 1982.
Nach Bildung der Kreisauswahlmannschaften im Feuerwehrkampfsport wurde die Frauenarbeit in unserer Wehr in den vorbeugenden Brandschutz umgelenkt. Die Kameradinnen wurden in die Brandschutzgruppen integriert und leisteten auch hier eine vorbildliche Arbeit bei den Brandschutzkontrollen in Wohnstätten und Einrichtungen.

1969 bis 1972 – Errichtung des" Haus der Feuerwehr" im Heiligkreuz
Durch die personelle Verstärkung der Wehr und Verbesserung der technischen Ausrüstung wurde das Gerätehaus am Kirchplatz zu eng. Nach jahrelangem Ringen mit den überörtlichen Organen, betreffs Baugenehmigung und Materialbereitstellung, konnte der damalige Bürgermeister, Werner Möller, im Herbst 1969 den ersten Spatenstich für das neue Gerätehaus vornehmen. Als Standort wurde der Schafhof ausgewählt. Das Areal war ein gemeindeeigenes Grundstück.
Die erforderlichen Baumaßnahmen, vom Kellerwerk bis zum Dach, wurden von den Kameradinnen und Kameraden der Wehr in freiwilliger Tätigkeit, als Initiativbau durchgeführt.
Nach 2,5 Jahren Bauzeit konnte der Umzug vom alten Gerätehaus am Kirchplatz in das neue Gerätehaus im Heiligkreuz 32 erfolgen. Durch das neue Gerätehaus bekamen die Feuerwehr vorbildliche Bedingungen zur Unterbringung der Fahrzeuge und Gerätschaften sowie für die persönliche Ausrüstung. Für Schulungen und Qualifizierungen waren entsprechende Räumlichkeiten geschaffen worden. Weiter waren 2 Wohnungen für Feuerwehrkameraden als Haus- und Gerätewart vorhanden. Beim Bau traten besonders die Kameraden Werner Krug, Erich Kaiser, Hans Krug, Heinz Ganzer, Helmuth Lämmerhirt, Ernst Weber, Klaus Wölkner, Hans Ludwig und Werner Gebhardt hervor. Zu erwähnen wäre noch die vorzügliche Unterstützung durch den Kamerad und damaligen LPG- Vorsitzenden Werner Schäfer, den Bürgermeister Werner Möller und dessen Stellvertreter Gerhard Weitz. Der Baumeister Christian Preißel entwarf das Bauprojekt und stellte es kostenlos zur Verfügung.
Das Haus wurde zu dieser Zeit mit einem Wert von 250 000 Mark geschätzt. Von den Kameradinnen und Kameraden wurden über 100 000 Arbeitsstunden geleistet.

100 Jahre Feuerwehr in Tiefenort 1883 – 1983
Ein Höhepunkt für die Tiefenorter Feuerwehr und den Ort waren die Veranstaltungen zum 100jährigen Bestehen der Tiefenorter Wehr. Drei Tage, vom 5. bis 7. August 1983, waren die blauen Uniformen der Feuerwehr im Ort präsent. In einer Festveranstaltung wurden über 100 Jahre Feuerwehrbilanz gezogen. Verdiente Kameradinnen und Kameraden wurden geehrt und befördert. Der Wehrleiter Hans Krug, wurde auf Grund seiner Verdienste um die Tiefenorter Feuerwehr vom Oberbrandmeister zum Brandinspektor befördert. Eine Großübung mit den Wehren des Wirkungsbereichs am Objekt Kino sowie ein historischer Umzug waren weitere Höhepunkte der Feierlichkeiten. Auch das gesellige Beisammensein in einem Festzelt kam nicht zu kurz. Durch die 100-Jahrfeier wurde die Zusammenarbeit und Kameradschaft der Feuerwehrangehörigen gefestigt und das Ansehen der Wehr im Ort und darüber hinaus gestärkt.

Feuerwehrkampfsport der Freiwilligen Feuerwehr
Große Erfolge konnte die Tiefenorter Wehr auch im Feuerwehrkampfsport erreichen. In den vorbereitenden Übungsstunden zu den Ausscheiden konnten sich die Kameradinnen und Kameraden Eigenschaften wie Mut, Ausdauer, Entschlossenheit, Gewandtheit und Schnelligkeit aneignen. Die Feuerwehr Tiefenort hatte sich eine gute Basis geschaffen, um talentierte Kameradinnen und Kameraden durch den Sport, in Verbindung mit der Beherrschung der Feuerwehrgeräte, zu hervorragenden Einsatzkräften heranzubilden. Der Kampfsport gehörte zu einer festen Größe und die Wehr hatte Jahr für Jahr eine gute Truppe, die bei Ausscheiden auf Bezirksebene mit wechselnden Erfolgen vertreten war. Die Kameradinnen Kerstin Zenkner und Ute Ludwig schafften im Dreikampf durch hervorragende Leistungen die Teilnahme an den DDR-Bestenermittlungen in Falkensee und Magdeburg.
Bei den Kameraden war ein überdurchschnittliches Talent vertreten: Heiko Marquard, aus der Gruppe „Junge Brandschutzhelfer" kommend, hat sich durch Fleiß und Ausdauer zum besten Kampfsportler des Bezirkes Suhl etabliert. Er hat es verstanden jüngere Kameraden für den Kampfsport zu begeistern, die ihm nacheiferten. Diese Kameraden wie Lutz Specht, Peter Marquard und Jens Leder – um nur einige zu nennen – haben auch mit zum Ansehen der Wehr beigetragen.

Ehrentafel der Kameradinnen und Kameraden

1970
Bezirksmeister Disziplin „Einsatzübung Meiningen"
Bezirksmeister 4x 100m Feuerwehrstafette – Kameraden Gerhard Lämmerhirt, Klaus Wölkner, Werner Krug 2, Udo Zimmermann

1972
Bezirksmeister 100m Hindernisbahn in Hildburghausen – Kam. Peter Brand

1974
Bezirksmeister Gruppenstafette Frauen in Suhl – Kameradinnen H. Arnold, P. Stiezel, J. Krug, B. Peter, M. Arndt, J. Nickel, E. Stiezel, R. Schrön, W. Narbei

1975
2. Bezirksmeister Sturmleitersteigen in Sonneberg – Kam. Rainer Stiezel

1976
Bezirksmeister Gruppenstafette in Sonneberg – Kameradinnen C. Gebhardt, J. Krug, J. Nickel, U. Ludwig, P.Stander, K. Zenkner, W. Narbei, V. Zentner, H. Arnold.

1982
3. Platz im Dreikampf beim DDR – Ausscheid in Falkensee. Kameradin Kerstin Zenkner

1984
1. Platz im Dreikampf Bezirksmeisterschaft – Kameradin Kerstin Zenkner
4. Platz im Dreikampf DDR- Ausscheid in Magdeburg – Kameradin Ute Ludwig

1985
2. Platz DDR- Ausscheid Sturmleitersteigen – Kam. Heiko Marquardt
3. Platz DDR- Ausscheid 100m Hindernisbahn – Kam. Heiko Marquardt

1986
3. Platz DDR- Ausscheid 4x 100m Staffel – Kam. Heiko Marquardt in Berlin
Kameradin Kerstin Zenkner Teilnehmer in der Gruppenstafette der Bezirksauswahl beim DDR- Ausscheid in Berlin

Die politische Wende bringt auch für Feuerwehren Strukturveränderungen
Die politische Wende 1989 wurde auch von den Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren begrüßt. Mit diesen politischen Veränderungen und infolge der Gebietsreform machte sich auch eine Umorganisierung der Freiwilligen Feuerwehren erforderlich. Die Wirkungsbereiche wurden aufgelöst und in Kreisbrandabschnitte aufgegliedert.
Die Leitungen der Wehren und darüber hinaus konnten nun wieder gewählt und mussten nicht mehr berufen werden.
Durch den neuen Demokratisierungsprozess konnten auch in den neuen Bundesländern wieder Landes- und Kreisverbände der Feuerwehren, in den Orten wieder Feuerwehrvereine, gegründet werden. Diese waren 1933, mit der Machtübernahme Hitlers, verboten worden.
Ziele und Aufgaben des Verbandes und der Vereine sind es, die Interessen der Feuerwehren und ihrer Mitglieder auf allen Ebenen zu vertreten, die Idee des Feuerwehrwesens zu pflegen, die soziale Führsorge der Feuerwehrangehörigen abzusichern sowie die Förderung und Betreuung der Jugendfeuerwehren und der Alterskameradschaft.

Auf der am 20. April 1990 durchgeführten Gründungsversammlung des Feuerwehrvereins Tiefenort wurde als Vereinsvorsitzender der Kamerad Udo Zimmermann, als Stellvertreter der Kamerad Klaus Wölkner, als Kassenwart der Kamerad Werner Krug, als Schriftführer die Kameradin Waltraud Narbei und als Pressewart Kamerad Hans Krug gewählt. Auf der Versammlung wurde auch die Vereinssatzung verabschiedet.
Der Feuerwehrverein hatte zu der Zeit 83 Mitglieder.
In der Vollversammlung der Wehren von Tiefenort und der Ortsteile Unterrohn und Hämbach am 24. April 1992, wurden erstmalig die Leitungen der Einsatzabteilungen gewählt. Im Beisein des Bürgermeisters Hans-Georg Hüther wurde an diesem Tag der Kamerad Udo Zimmermann als Ortsbrandmeister von Tiefenort und als sein Stellvertreter der Kamerad Hans Krug von der Versammlung bestätigt. Als Wehrführer von Tiefenort wählten die Kameraden Gernot Nierlich und dessen Stellvertreter Stefan Hill. Als Wehrführer von Unterrohn wählten die Kameraden Uwe Matern und für Hämbach den Kameraden Bruno Gerlach.

Unsere Partnerwehren aus Hessen
Infolge der Grenzöffnung im Herbst 1989, wurden Kontakte zu hessischen Feuerwehren geknüpft. So besonders zu den Freiwilligen Feuerwehren von Schenklengsfeld und Istha bei Kassel. Mit den Kameraden von Schenklengsfeld wurden seitdem viele Erfahrungen ausgetauscht. Es kam zu vielen Treffen auf dienstlicher und auch privater Ebene. Jedes Jahr wird wechselseitig ein Familientreffen gestaltet.
Etwas später kamen die Verbindungen zu den Feuerwehren der Stadt Mühlheim am Main, mit den Wehren der Stadtteile Dietesheim und Lämmerspiel hinzu. Bedingt durch die gute wirtschaftliche Grundlage der Stadt Mühlheim konnte die dortige Feuerwehr uns auch materiell unter die Arme greifen.
Am 1. Dezember 1990 übergaben der dortige Bürgermeister Werner Graßmück und der Stadtbrandinspektor Heribert Hennig ein noch in guter Verfassung befindliches Löschfahrzeug vom Typ LF 8 und eine Rettungsschere mit Spreizer.
1991 folgte ein Mannschaftstransportfahrzeug Fabrikat Ford in dem nun die Rettungsschere ihren Platz fand.
Eine große Freude für die Tiefenorter Feuerwehrmänner war dann der 1. August im Jahr 1992. An diesem Tage konnte der Bürgermeister Hans-Georg Hüther und somit unsere Wehr, ein Tanklöschfahrzeug TLF 16 Fabrikat Magirus Deutz übernehmen. Eine in einem sehr guten Zustand befindliche Drehleiter DL 30 folgte im Januar 1993. Somit ergab sich, dass unsere Fahrzeugunterkünfte wieder zu eng wurden und ein Anbau sich erforderlich machte, welcher in kürzester Zeit vom Bauhof der Gemeinde errichtet wurde. Wir waren plötzlich eine der bestausgerüsteten Feuerwehr geworden und damit stieg auch der Aufgabenbereich enorm an, was aber von den Kameraden mit dem notwendigen Eifer und Einsatzwillen geschafft wurde.

1998 – Feierlichkeiten zum 115 jährigen Feuerwehr- und dem
70 jährigen Vereinsjubiläum
Mit einem Zitat aus Schillers „Glocke" leitete der Ortsbrandmeister Udo Zimmermann seinen Ausflug in die facettenreiche Feuerwehrgeschichte der Werragemeinde ein.
Mit Holz- und später Ledereimern habe man in der Vergangenheit den Feuerbrünsten kaum wirksam begegnen können. Unter diesem Eindruck wurde 1881 durch das großherzogliche Staatsministerium in Weimar ein Gesetz über das Feuerlöschwesen erlassen, worauf 1882 auch in Tiefenort eine Pflichtfeuerwehr aufgestellt wurde. Eine wirksame Brandbekämpfung wurde aber erst möglich, als mit der 1912 verlegten Hochwasserleitung auch Hydranten aufgestellt werden konnten. Nach dem 1. Weltkrieg hatte auch die Feuerwehr mit einigen Problemen zu kämpfen. Als aber 1928 die Umwandlung in eine Freiwillige Feuerwehr erfolgte, führten Einsatzbereitschaft und Interesse der Kameraden zu einem sichtbaren Aufschwung. Die Kirchenglocken als Mittel zur Alarmierung wurden 1937 durch eine Feuer- und Luftschutzsirene abgelöst. Eine weitere Katastrophe für die Feuerwehr war der 2. Weltkrieg. Danach stellten sich Männer wie Karl Siebert, Werner Krug und andere der Verantwortung für den Neuaufbau und bald hatte Tiefenort einen der leistungsstärksten Wehr im Umfeld. Das erste Löschfahrzeug mit Schlauchtransportanhänger beendete 1961 die Einsätze zu Fuß.
Auch im Feuerwehrkampfsport war Tiefenort erfolgreich und die Frauenlöschgruppe war beispielgebend für die Region. Gemeinsam mit der Schule wurde eine intensive Nachwuchsarbeit geleistet. Besonders würdigte Udo Zimmermann das 1969 bis 1971 ausschließlich in freiwilliger Arbeit errichtete Gerätehaus, das heute noch den Anforderungen genügt.
Mit tatkräftiger Unterstützung der Feuerwehren aus Hessen konnte die Tiefenorter Wehr ihre Schlagkraft nach der Wende schnell verstärken, nicht zuletzt wegen der neuen Technik. Zimmermann dankte in diesem Zusammenhang dem Gemeinderat für seine Entscheidung zu Gunsten des Brandschutzes. Beispiele sind das Löschfahrzeug LF 8/6 in Tiefenort und die erst kürzlich übergebenen Kleinlöschfahrzeuge „KLF Thüringen" für Dönges und Hämbach. Die Würdigung der Arbeit, die in der Alters- und Ehrenabteilung geleistet wird, fand ihren Ausdruck in den Auszeichnungen. Mit dem Goldenen Brandschutzehrenabzeichen am Bande für mehr als 40 jährigen Feuerwehrdienst wurden Horst Ebert, Gerhard Gratz, Werner Kister, Werner Krah, Karl Narbei und Werner Ziller geehrt. Der Festkommers wurde zugleich genutzt, um für die erwiesene Unterstützung Günter Mantey, Günter Möller, Heribert Henning und Reinhardt Ries von den hessischen Partnerwehren als Ehrenmitglieder in den Tiefenorter Feuerwehrverein aufzunehmen.

19. September 1998 – Feuerwehrfahne feierlich übergeben
Die Tiefenorter Feuerwehr hat sich ein neues Symbol gegeben. Die neue Fahne, so hatte der Sprecher der Tiefenorter Feuerwehr, der Kamerad Hans Krug vorab erklärt, war auch der Beweggrund, um das 115. jährige Feuerwehrjubiläum und das 70. jährige Bestehen des Feuerwehrvereins zu feiern.
Der Anstoß über eine Feuerwehrfahne nachzudenken, war kurz nach der Wende durch Günther Mantey von der befreundeten Wehr Mühlheim- Dietesheim gekommen, berichtete Hans Krug. Einhellige Begeisterung habe die Idee allerdings nicht ausgelöst, denn viele mochten sich nur ungern an die eben noch üblichen Fahnen und Wimpel erinnern. Doch dann freundete man sich mit dem Gedanken an, wobei auch das Beispiel anderer Feuerwehren die Zustimmung förderte. Schwierig war es freilich, die benötigten Finanzen aufzutreiben. Die Beiträge der Vereinsmitglieder allein reichten nicht. Unterstützung kam auch von der Gemeinde, von anderen örtlichen Vereinen, von Firmen und Privatpersonen.
Bei der Gestaltung der Fahne, die von einem bayrischen Unternehmen hergestellt wurde, haben wir großen Wert auf den örtlichen Bezug gelegt.
Deswegen sind neben feuerwehrspezifischen Losungen die Tiefenorter Peterskirche, die Werra und der Krayenberg in feiner Stickerei auf der Fahne abgebildet.
Die Übergabe an den Tiefenorter Wehrführer Stefan Hill nahm der Ortsbrandmeister der Gemeinde, Udo Zimmermann, vor. Eine Ehrenschleife zur Erinnerung verstorbener Kameraden heftete Bürgermeister Hans-Georg Hüther an den Fahnenschaft. Auf zwei Spendenbändern sind die Namen der Sponsoren auf so genannten Fahnennägeln verzeichnet. Diese übergab stellvertretend für die örtlichen Gewerbebetriebe Malermeister Wolfgang Linß und für die Vereinsmitglieder Kamerad Günther Mantey.
Die an der Feier teilnehmenden Gastfeuerwehren erhielten vom Gastgeber ein Erinnerungsband.
Bürgermeister Hüther überbrachte die Glückwünsche des Gemeinderates. Das Gremium werde seine Achtung weiterhin dokumentieren und alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die Feuerwehrkameraden mit der nötigen Ausrüstung zu versehen. Die Einbeziehung der Kirche in die Fahnengestaltung wertete Hüther als Anerkennung der Rolle, die das Gotteshaus in der Wendzeit als Ort freier Meinungsäußerung gespielt habe.
Heinz Wehner, Vorsitzender der Kreisfeuerwehrverbandes, bezeichnete solche Jubiläen als Ausdruck dafür, wie sich Familien über Generationen der Feuerwehrarbeit gewidmet hätten.
Schließlich wurde die Fahne der Fahnenabordnung bestehend aus Falk Magdeburg als Fähnrich und den Fahnenjunkern Steffen Gebhardt und Mario Wohlfahrt anvertraut.
Die Feierlichkeiten wurden am Sonntag mit einem Festgottesdienst in der Peterskirche und dem „Tag der offenen Tür" am Feuerwehrhaus abgeschlossen.

Gedenkstein für verstorbene Kameraden und Vereinsmitglieder am 02.09.2001 eingeweiht
Ein Gedenkstein an unserem Gerätehaus erinnert an die Kameraden, die seit Gründung der Wehr ihren Dienst für das Gemeinwohl versahen.
Im Rahmen des „Tages der offenen Tür" begingen die Kameraden der Tiefenorter Feuerwehr einen besonderen Höhepunkt. Neben dem Haupteingang ist ein kleiner Ehrenhain mit einem Gedenkstein entstanden. Die Anregung hat der Kamerad Hans Krug aus dem Schwarzwald mitgebracht, wo er beim Urlaub mit seiner Frau auf eine ähnliche Anlage gestoßen war. Der Vorstand des Feuerwehrvereins, so berichtete der Ortsbrandmeister Manfred Otto, hatte die Idee aufgegriffen. Der einstimmige Beschluss war durch zahlreiche Helfer, insbesondere der Alterskameraden, umgesetzt worden. Hilfestellungen gaben auch einige ortsansässige Gewerbetreibende. Die Gemeinde stellte die Fläche und die erforderlichen Materialien zur Verfügung. Für die am Stein angebrachte bronzene Gedenktafel wurde von den Vereinsmitgliedern eine Sammelaktion durchgeführt. Bei der Einweihung nannte Manfred Otto eine lange Reihe früherer Kameraden, die den Brandschutz im Dorf geprägt haben und deren Schweiß auch beim Bau des Gerätehauses geflossen ist. Bewegung löste die Erwähnung von Horst Ebert aus, der kürzlich noch vor der schon beschlossenen Ernennung zum Ehrenmitglied verstorben war und nun postum damit geehrt wurde. Den Gedanken, dass ein Feuerwehrmann sein Engament für die Allgemeinheit zeitlebens nicht ablegt, griff Bürgermeister Hans-Georg Hüther auf und folgerte, dass somit auch die ganze Gemeinschaft betroffen ist, wenn ein Kamerad seinen letzten Weg antritt. Daher sei ein solcher Ort des Gedenkens wichtig, meinte er und sprach den Beteiligten den herzlichen Dank aus. Vereinsvorsitzender Werner Karn bezeichnete die Anlage als öffentliches Zeichen und lenkte die Aufmerksamkeit auf das 2003 anstehend 120-jährige Jubiläum der Feuerwehr Tiefenort.


120 Jahre Feuerwehr Tiefenort im Jahre 2003
Ihr erstes großes Event erlebte die neue Sport- und Mehrzweckhalle auf der Heerstatt (Krayenberghalle) mit dem Festkommers zum 120- jährigen Bestehen der Feuerwehr Tiefenort.
Viele Gäste aus dem Ort und den umliegenden Gemeinden erwiesen den Floriansjüngern ihre Referenz, wissen sie doch um das große Engagement im Dienste der Allgemeinheit. Feuerwehrkameraden waren nicht nur aus den benachbarten Orten gekommen sondern auch aus Mühlheim am Main, Schenklengsfeld und Fulda. Seit der Wende bestehen zu den hessischen Wehren enge freundschaftliche und kameradschaftliche Beziehungen.
Ergriffen erhoben sich alle Gäste von ihren Plätzen, als die Fahnenabordnung mit der Vereinsfahne und der Standarte des Kreisfeuerwehrverbandes einmarschierte. Ebenso bei den hohen Auszeichnungen, die der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Heinz Wehner, an die beiden verdienstvollen Kameraden Hans und Werner Krug vergab. Sie erhielten das Deutsche Feuerwehrkreuz in Silber. Beide Kameraden wurden kurz vorher gemeinsam mit Udo Zimmermann mit dem Brandschutzehrenabzeichen des Landes Thüringen für ihre besonderen Verdienste im Brandschutz geehrt.
Ortsbrandmeister Manfred Otto, Wehrführer Stefan Hill und Vereinsvorsitzender Werner Karn dankten Bürgermeister Hüther und dem Gemeinderat für die stete Unterstützung. Kreisbeigeordnete Claudia Döring knüpfte an und wünschte, dass die Feuerwehrleute stets Vorbilder für die Jugend seien. Kreisverbandsvorsitzender Heinz Wehner stellte fest, dass das Vorhandensein modernster Technik ein wichtiger Faktor bei der Brandbekämpfung und Gefahrenbeseitigung ist.

Eine nicht alltägliche Feuerwehrübung erlebten die Zuschauer am Samstag in Tiefenort. Um 13.40 Uhr gellte Sirenengeheul durch den Ort, kurz darauf das Martinshorn. Aus auf dem so genannten „Roten Platz" abgestellten Lieferwagen quollen dicke Rauchwolken. Nachdem die Feuerwehr dem Brandherd mit Schaum zu Leibe gerückt war, vermuteten die Kameraden radioaktive Stoffe im Fahrzeug. Der Einsatzleiter forderte daraufhin den Gerätewagen Atemschutz/Strahlenschutz an, der kurz darauf zur Stelle war. Anschließend wurde mit Messgeräten die Strahlenstärke überprüft, die dem Gefahrgut am nächsten war. Kreisbrandmeister Peter Roth gab über Mikrofon die entsprechenden Erläuterungen zum außergewöhnlichen Einsatz. Eine Ausstellung der gesamten Entwicklung der Feuerwehrtechnik konnte auch besichtigt werden. Zum Abschluss der Jahrfeier fand ein großer Festumzug statt. Hunderte Menschen säumten die Straßen der Werragemeinde, als sich der prächtige Festumzug zum 120- jährigen Bestehen der Feuerwehr Tiefenort durch die Straßen schlängelte. Die Blaskapelle der Feuerwehr Breitungen führte den Umzug mit Pauken und Trompeten an. Fahnen- und Standartenträgern folgten Vertretern von Kommune, Landkreis und Feuerwehrverband.
Rund 30 Gastfeuerwehren reihten sich ein. Hautnah dokumentierte das erste Bild das Feuerlöschwesen vor 1883 mit Nachtwächter, der Bürgerwehr, Ortsbürgermeister, Ortspolizist und Spritzen mit Schürze. Jeder Marschblock wurde von einer Kapelle angeführt. Den Stand der heutigen Technik dokumentieren Feuerwehren aus dem gesamten südlichen Wartburgkreis mit modernen Löschfahrzeugen sowie Gefahrgutwagen. Ein Umzug wie aus dem Bilderbuch der Geschichte.